Verantwortung und Gemeinschaft im Fokus
Bei schönstem Wetter und angenehmen Temperaturen haben sich viele Mitglieder der Berufsjägervereinigung im Gasthof Rettenbachalm in Bad Ischl zur jährlichen Generalversammlung am 4. Mai 2026 eingefunden. Als Ehrengäste konnte Obmann Revieroberjäger Markus Mittermayr die Nationalratsabgeordnete Bettina Zopf, den Landesjägermeister Ökonomierat Herbert Sieghartsleitner, den Geschäftsführer des oberösterreichischen Landesjagdverbands Mag. Christopher Böck sowie den Bezirksjägermeister Johann Enichlmair begrüßen.
Grußansprachen
In den Grußworten der Ehrengäste kamen die vielfältigen Aufgaben und künftigen Herausforderungen der Berufsjagd insbesondere hinsichtlich einer nachhaltigen Gamsbewirtschaftung im oberösterreichischen Raum zur Sprache.
Nationalratsabgeordnete Bettina Zopf hob die Bedeutung und den gesellschaftspolitischen Stellenwert der Berufsjagd und des Berufsstandes hervor und unterstrich ihre Verbundenheit mit der Jagd sowohl als Politikerin als auch als Hobbyjägerin.
Landesjägermeister Ökonomierat Herbert Sieghartsleitner zeichnete in seinen Grußworten ein positives Bild der jagdlichen Gesamtsituation, nicht ohne darauf zu verweisen, dass die Herausforderungen für die Berufsjäger, deren Bereich hauptsächlich Rotwild- und Gamswild-Reviere betreffen, ganz besondere sind. Trotz aller Unkenrufe seien die Gamswildpopulationen in ihrem Bestand weder gefährdet noch dürfe allzu große Sorglosigkeit diesbezüglich Platz greifen, um nicht Gefahr zu laufen, eben aufgrund eines zu sorglosen Umgangs den Gamsbestand erst recht zu gefährden. Er ging auf die spezielle Situation in Oberösterreich ein, wo die Gamspopulationen anders als in anderen Regionen auch unterhalb der Baumgrenze liegen und hielt fest, dass es entscheidend sei, dass die Gams, deren Lebensräume und die Nutzungen nach den Vorgaben der Europäischen Union entsprechend überwacht werden (müssen). In diesem Zusammenhang erfolge in Oberösterreich zurzeit das Nachjustieren der Zoonierungen in Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und da sind gerade die Berufsjägerinnen und Berufsjäger mit ihrer gesamten Expertise gefordert. Er betonte, dass es diesen professionellen Zugang braucht, um die Wildbestände nachhaltig abzusichern und ersucht alle Berufsjägerinnen und Berufsjäger um ihre Unterstützung.
Der Geschäftsführer des oberösterreichischen Landesjagdverbands, Mag. Christopher Böck, bekräftigte in seinen Grußworten, dass die Geschäftsstelle des oö. Landesjagdverbandes nicht nur für die Hobbyjäger, sondern auch für die Berufsjäger da sei, gerade wenn es um rechtliche Dinge, wie zum Beispiel das Waffenrecht oder andere rechtliche Themen gehe. In einem verwies er auf die im Anschluss an die Sitzung erfolgende Weiterbildungsmaßnahme mit DI Fuxjäger zum Thema „Luchse und Adler“, welche auf die verpflichtende Weiterbildung angerechnet wird, und ersuchte die Jagdschutzorgane um rechtzeitige Planung ihrer Weiterbildungsverpflichtungen. Bezirksjägermeister Johann Enichlmair mahnte in seinen Grußworten einmal mehr regelkonforme und fristgerechte Meldungen bei der Hahnenzählung ein. Eine ordentliche und saubere Dokumentation und Nachvollziehbarkeit stärke auch die Glaubwürdigkeit der Jagd.
Totengedenken
Obmann ROJ Markus Mittermayr lud zu Beginn der Generalversammlung zu einer Gedenkminute an zwei verstorbene Mitglieder ein. Franz Schwaighofer, verstorben am 2. September 2025 im 79. Lebensjahr, sowie Hofrat Dr. Wolfgang Ecker, verstorben am 4. Dezember 2025 im 69. Lebensjahr. Wolfgang Ecker war Kammerdirektor der oberösterreichischen Landarbeiterkammer und von 1994 bis 2022 auch Geschäftsführer der oberösterreichischen Berufsjägervereinigung. Er setzte sich über Jahre hinweg mit großem Engagement für die Interessen der Berufsjägerschaft ein und leistete durch zahlreiche Stellungnahmen auf Landes- und Bundesebene einen wichtigen Beitrag.
Neuwahlen
Im laufenden Jahr hatten sich einige Änderungen ergeben, welche eine Nachwahl erforderlich machten. Es waren insgesamt vier Neubesetzungen vorzunehmen, alle erfolgten einstimmig.
Zur neuen Geschäftsführerin wurde Kammerdirektorin Mag.a Gabriele Hebesberger gewählt. Sie folgt KD a. D. Dr. Siegfried Glaser nach, der sich nach über 47-jähriger beruflicher Tätigkeit nun auch aus der Berufsjägervereinigung zurückzieht. Neu in die Funktion als Beirat wurde Christian Steinkogler jun. gewählt, als kooptiertes Mitglied im Vorstand fungiert Christian Spreitzer. In das Schiedsgericht wurde mit WM Heinrich Pernkopf ein bewährtes Mitglied aus dem Kreis der Berufsjäger berufen.
Wir gratulieren den Neugewählten an dieser Stelle ganz herzlich, wünschen ihnen viel Freude und Erfolg bei ihrer Arbeit sowie eine glückliche Hand bei ihren Entscheidungen.
Berichte
Obmann ROJ Markus M. MIittermayr skizzierte einen Überblick über die seit der letzten Generalversammlung erfolgten Tätigkeiten. Er präsentierte zwei vom Verein in Auftrag gegebene Roll-ups sowie ein Probeexemplar eines Flyers, um einerseits bei künftigen Veranstaltungen die Berufsjägervereinigung standesgemäß repräsentieren sowie andererseits werbewirksam über unsere Berufsjägervereinigung informieren zu können. Die vereinseigene Website ist startklar und online, an den letzten kleinen Feinheiten wird noch gearbeitet.
Ein wichtiges Thema war einmal mehr die noch ausstehende Prüfungs- und Ausbildungsordnung, für welche von seiten der Berufsjäger alle Vorleistungen erbracht wurden. Auch in bezug auf Berufsschule und Ausbildung zum Meister nach dem LFBAG waren sich die Obmänner aller Berufsjägervereinigungen einig. Die Berufsschule soll heuer im Herbst mit jeweils zwei Blöcken starten, der Meisterkurs wird wahrscheinlich noch dauern, bis alles auf Schiene ist. Das Problem eines von der zuständigen Lehrlings- und Fachausbildungsstelle zu genehmigenden Lehrvertrags ist immer noch nicht gelöst, da es unterschiedliche Rechtsansichten gibt, obwohl alle Voraussetzungen nach dem LFBAG für eine Genehmigung vorliegen. Alle waren sich darin einig, dass die Prüfungs- und Ausbildungsordnung im Sinne der Berufsanwärter schleunigst auf den Weg gebracht werden muss! Redaktionell wird angemerkt, dass die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung wenig später am 11. Juni kundgemacht wurde.
Ein weiteres Thema war der Bildungspass für die Jagdaufsichtsorgane in Abstimmung mit dem Landesjagdverband. Erstmals war die oberösterreichische Berufsjägervereinigung im Oktober 2025 bei der Messe Ried mit einem kleinen Stand vertreten. Im Februar 2026 präsentierte sich die oberösterreichische Berufjägervereinigung in der Forstfachschule Traunkirchen im Rahmen eines Informationstages vor dortigen Schülern.
Der Obmann beendete seinen Bericht mit einem Danke an die neu gewählte Geschäftsführerin sowie den ausscheidenden Geschäftsführer für das Engagement und für die geleistete Arbeit für die Berufsjägervereinigung, was mit einem Extraapplaus quittiert wurde.
WM Corinna Gertenbach informierte die Mitglieder über die aktuelle Situation betreffend Berufsjägerzeitung, verwies auf den interessanten Artikel im Vorjahr, mit dem Kollege Fabian Ulz sein Revier vorstellte und ersuchte die Mitglieder um entsprechende Nachahmung, um auch andere Reviere in den Blickpunkt zu rücken. Der Obmann dankte WM Corinna Gertenbach für ihre wertvolle Arbeit und ersuchte gleichfalls alle Mitglieder um entsprechende Unterstützung.
Der scheidende Geschäftsführer hielt fest, dass mit aktuell 91 Mitgliedern die Mitgliederzahlen in der oberösterreichischen Berufsjägervereinigung weiterhin konstant und beständig sind. Er ersuchte die Anwesenden sodann um Bekanntgabe und Aktualisierung ihrer Daten sowie um eine Einverständniserklärung, bestimmte personenbezogene Daten an zwei Jagdausrüstungsanbieter weiterleiten zu dürfen, um ihnen vergünstigte Einkaufsmöglichkeiten zu ermöglichen. Zu diesem Zweck wurde ein vorbereitetes Formblatt ausgeteilt. Er versicherte den Anwesenden, dass die oberösterreichische Berufsjägervereinigung die Verarbeitung personenbezogener Daten der Mitglieder und in diesem Zusammenhang die Einhaltung des Datenschutzes sehr ernst nimmt und eine Weitergabe von personenbezogenen Daten der Mitglieder aus Datenschutzgründen nur nach Vorliegen der Zustimmung jedes Einzelnen erfolgen würde.
Der Rechnungsabschluss 2025 wurde präsentiert, einstimmig beschlossen und der Vereinsführung die Entlastung erteilt.
Unter „Allfälliges“ nahm der Obmann die Ehrung von WM Helmut Neubacher vor, der nun endgültig aus dem Vorstand ausgeschieden war. Er dankte ihm für seine Verdienste um die Berufsjägervereinigung und den Berufsstand und präsentierte als Dank des Vereins eine kunstvoll gestaltete handgemachte Ehrenscheibe. Er lud den Wildmeister in humorvoller Weise dazu ein, die Schussergebnisse auf die Originalscheibe selbst zu übertragen, um „im Ruhestand“ nicht aus der Übung zu kommen. Auf im Vorfeld geäußerten Wunsch des Geehrten entfiel zwar eine formelle Laudatio, aber nicht ohne ausdrücklich geäußertem Dank für dessen Verdienste und Weitblick für die Interessen der Berufsjagd. WM Helmut Neubacher nahm die Auszeichnung dankend an, zeigte sich überzeugt, dass die Berufsjagd in Zukunft für die Jagd noch bestimmender sein werde. Sein Hauptanliegen war immer, eine ordentliche und qualitätsvolle Berufsausbildung sicherzustellen und auch wenn der Weg dahin lang und mit vielen Stolpersteinen gepflastert war, sei es der richtige Weg gewesen. Nun sei man in der Zielgeraden angelangt und er freue sich, hier maßgeblich mitgestaltet zu haben und die Weichen für die paar letzten Schritte ins Ziel noch mitstellen zu dürfen.
Austragung des Schießwettbewerbs
Am Nachmittag stellten die Berufsjäger ihre Treffsicherheit eindrucksvoll unter Beweis. Als Sieger ging Martin Schermann hervor. Hubert Ellmauer belegte den zweiten Platz. Josef Atschreiter wurde Dritter.
Beim anschließenden Ausschießen auf die Ehrenscheibe sicherte sich WM Corinna Gertenbach den besten Treffer.
Autor: Dr. Siegfried Glaser







